Nun ist schon wieder ein Fussballer verhaftet
worden und die Pharisäer jaulen immer lauter. Doch verdammen darf
man auch diesen Märtyrer in Sachen Fussball nicht. Ein Hosianna wäre
sehr viel angebrachter.
Die ganze deutsche Fußballnation muss ihnen
dankbar sein, den angeblich so bestechlichen Schiedsrichtern, den korrupten
Fußballern und diesen Balkanmafiosi aus Kroatien, die das alles angestiftet
haben sollen. Sie haben niemals, so viel steht heilig für mich fest,
aus Eigennutz gehandelt, sondern ausschließlich für das Gemeinwohl.
Es ging auch nicht um’s liebe Geld, es ging um Deutschland.
Sie haben einen Weg gesucht Und sie haben ihn,
Hallelujah, gefunden. Den Königsweg.
All die senilen Häuptlinge des Fussballbundes,
denen außer Albernheiten und Stallintrigen bisher so gar nichts eingefallen
ist, nicht Ägidius Braun, auch nicht sein Nachfolger - der schon fast
mumifizierte Mayer-Vorfelder, auch der nächste Hochbetagte steht bereits
ins Haus, sie trohnten in den letzten zwanzig Jahren auf ihrem Präsidentensessel
und sahen mit vor Alter, Eitelkeit und Geldgier getrübten Augen zu,
wie der deutsche Fußball immer weiter den Bach hinunter ging.
War die Not am größten, so wurde zwar
rasch ein neuer Name gelallt und dessen Träger auch unverzüglich
zum Trainergenie gekürt, aber was dann hinten raus kam, du lieber
Gott. Erinnert sei hier nur an die Freude und den Stolz des deutschen Vaterlandes,
den Jahrhundertcouch Berti Vogts (Hilfe! er steht schon wieder ins Haus),
an Erich Ribbeck oder an „es gibt nur ein’ Rudi Völler“ und mittlerweile
an das Non-plus-Ultra monderner Fußballkunst, den Kaliforniaschwaben
Jürgen Klinsmann. Doch auch er, das ist schon klar, wird es nicht
richten können. Zwar ist die Qualifikation für die WM 2006 sicher,
weil man dieselbe zum Glück nicht erspielen musste, aber ob es für
unsere Kicker auch nur bis zum Achtelfinale reicht? Kaum anzunehmen.
Und genau hier nun setzt der Geniestreich Robert Hoyzers und seiner Mitverschworenen
ein. Sie wollten einfach ein Signal setzen. Nichts weiter. „Nur auf unsere
Weise“, riefen die Patrioten dem Vaterlande zu, „kann Deutschland die Fussball-Weltmeisterschaft
gewinnen. Nur so.“
Wenn das nicht genial gedacht ist. Der DFB nimmt
ein paar Hunderttausender her, greift sich in einer passenden Stunde den
Typen, der z. B. das schon sicher verlorene deutsche Spiel gegen Malta
pfeift, und schon gewinnen wir. Und es braucht auch gar nicht teuer zu
sein. Im Gegenteil. Kommt der Schieri z.B. aus Polen, kann er sogar
Millionär werden. Zwar nur Zlotymillionär, aber immerhin. Kommt
er dagegen aus USA, so wird er Dollar bekommen. Die aber wurden ja gerade
im Spiel gegen Malta eingespart. Also, man muss den internationalen Schieris
vor den Spielen eine gewissse materielle Zukunft in Aussicht stellen, natürlich
auch an ihre Deutschfreundlichkeit oder, wenn es angebracht ist, an ihren
Deutschenhass appellieren und schon läuft die Sache. Ich möchte
wetten, auf diese Art kommen wir ins Endspiel. Und sollte der dann zuständige
Unparteiische Sperenzchen machen und kein Geld haben wollen, so bekommt
er statt der Kohle eben seine Ehefrau samt Kindern wieder, die vor dem
Endspiel vorsichtshalber entführt wurden. Nicht etwa von Mayer-Vorfelder.
Der würde so was nie machen. Von der deutschen Russenmafia, die ja
bekanntlich alles macht.
Und deshalb, wegen solcher genialen Idee, schuldet
der DFB dem Robert Hoyzer riesigen Dank. Er darf aus diesem Grunde, so
ist zu hören, schon bald wieder pfeifen. Auch wenn es erst mal nur
die Knacki-Meisterschaften in Stuttgard-Stammheim sind. Es wird dabei total
ehrlich zugehen, das hat Hoyzer dem DFB-Präsidenten heilig in die
Hand versprochen und der hat dem Dulder dafür eine echte Wahrheit
mit auf den Weg gegeben: „Betrügen, lieber Robert, darf man nur im
richtigen Leben. Wer im Knast bescheißt, ist selber angeschissen.“
Und noch auf eine Idee hat Hoyzer den DFB gebracht. Das viele Geld, welches
bisher für die Ze Robertos, Ailtons, Pizzaros, Kohlers und wie sie
alle heißen, ausgegeben wurde, es fällt in Zukunft flach. All
die ausländischen Rasenkasper sollen in Zukunft bleiben, wo der Pfeffer
wächst, wir brauchen sie nicht mehr. Auch keine Hunderte von Millionen
für die Vereine. Ein einziger Batzen vor jedem Spiel genügt und
alle Fussballprobleme sind gelöst.
Und noch einen gutgemeinten Rat an den DFB: Robby
sollte nach seiner Entlassung aus dem Kerker einen Lehrstuhl bekommen und
zwar an der deutschen Akademie für Leibesübungen und Sport. |