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Die vierte Kolumne:
„Moos-hammer“,
ein Nachruf !
- von Henning
Pawel -
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„Moos-hammer“,
ein Nachruf !
Es hat ihm leider nichts genützt sein vieles Moos, dem
kürzlich von uns gegangenen Rudolf Mooshammer. Im Gegenteil.
Wäre da nicht die Aussicht auf ein bisschen mehr Geld als sonst
gewesen, der Stricher aus dem Irak hätte bestimmt nicht zum
mörderischen Kabel gegriffen. Mir, ich bekenne es, tut der nun
zumindest für ein halbes Leben in den Knast einziehende Junge
leid. Folgt man seiner Version und ich folge ihr, dann wollte ihn der
immer so als mildtätig- honorig gelten wollende Mooshammer um den
Lohn seiner Liebesmühe bringen. Da kann einer, dem es sonst
wirklich wie man so schön sagt „echt Scheiße“ geht, schon
ausrasten.
Nun ist bereits zu hören, das seien alles nur Lügen eines
ertappten Mörders. Ich glaube das nicht. Solches Procedere ist
nicht selten zu bestaunen. All die honorigen Herren, die so oft von
riesigen Fanclubs angebetet werden, auf dem Münchner Hauptfriedhof
war es eindrucksvoll zu bestaunen, die sich aber dann auf
schaurige Weise outen. Erinnern wir uns des auf ähnliche Weise ums
Leben gekommenen Volksschauspielers Walter Sedlmaier. Auch er hatte
Mengen von Moos und galt darüber hinaus als ein Ausbund an
Originalität, Volksnähe und Mildtätigkeit. In
Wirklichkeit aber war er ein Mensch, der eines besonders gut verstanden
haben soll, Leute zu schinden. Wenn er auf dem Bildschirm erschien, da
lachten sich die Menschen halbtot über das kauzige Bayerische
Urgestein. Hinter den Kulissen aber gab es nicht wenige, die sich
halbtot weinten über den herzlosen Komödianten, der sogar mit
seinen Putzfrauen um jeden Pfennig gestritten haben soll. Todsicher
auch mit seinen Lustknaben.
Oder wenden wir uns dem Großmoderator Michel Friedmann zu. Ein
Mensch, dem Moral und Ethik aus allen Knopflöchern triefte, wenn
er so anmaßend wie penetrant seine Gesprächspartner in
Talkshows nieder kreischte. Doch hinter den Kulissen sah es auch beim
schönen Michel nicht so moralisch aus. Da schob er mit den
lackierten Fingernägeln massenhaft Koks ins edle Näschen.
Und kredenzen ließ er sich diesen ausgerechnet von den
Ärmsten der Armen. Von russischen Frauen, die man zumeist aus
Russland hierher verbracht, oft sogar nach Deutschland geprügelt
hatte, um allhier mörderisch ausgebeutet zu werden. Auch vom
Hüter der Moral Michel Friedmann.
Doch der Michel lebt ja Gott sei Dank noch und er kreischt schon wieder
die Leute nunmehr in PAY-TV nieder, der Mooshammer Rudi aber ist leider
tot. Und über Tote soll man nichts Schlechtes sagen. Nur Gutes. Er
war ein guter Mensch der Rudi. Zu seinem Chauffeur, den das Leid
über den herben Verlust regelrecht taumeln ließ
anlässlich der Beerdigung, zu den Obdachlosen, für die er
eigenhändig sammeln ging und die nun auch etwas erben sollen,
zumindest zeitweilig ein Asyldach über dem Kopf. Auch zu seiner
Mutter, die er abgöttisch liebte. Vielleicht war er ja sogar zu
seinem letzten Lustknaben gut. Nur hat der die Güte
missverstanden. Mooshammer war ein großer Tierfreund, auch wenn
Yorkshireterrier Daisy selten mal Hund, sondern ständig nur den
Pelz am Hals von Herrchen Rudi spielen musste. Er war ein kreativer,
hochbegabter Modeschöpfer. Leider weiß aber im Augenblick
niemand so recht, was er eigentlich geniales kreiert hat und woher sein
Reichtum stammt. Aus seiner Boutique jedenfalls nicht, die läuft
nicht gut. Aber wen interessieren solche Nebensächlichkeiten
schon. Der Mooshammer hatte Moos, soviel steht fest. Und das ist das
Einzige was zählt. Vielleicht nicht ganz das Einzige. Ein Junge
aus dem Irak, „der Mörder“, den irgend ein Orkan namens Saddam,
vielleicht auch Busch, hierher geweht hat, wird nun auch zählen.
Die Tage, die Wochen, die endlosen Jahre, die nicht vergehen wollen.
Jedenfalls unendlich langsamer als die Erinnerung an Rudolf Mooshammer,
an den die Leute eh nur gedacht haben, wenn ihm wieder eine neue, noch
banalere Eitelkeit eingefallen war. Jenseits davon bleibt nicht viel.
Kaum etwas vom Rudi und noch weniger von seinem
Mörder.
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