Henning Pawel:

Die dritte Kolumne:
Mir fällt zu Angela nichts ein
- von Henning Pawel -

 

Früher gab man den Kanonen Namen: Feurig Gottlieb, Frundsbergs Maid, die dicke Berta. Wegen ihrer Wirkung wurde das schreckliche Kriegswerkzeug noch durch klangvolle Namen geehrt. 
Man sollte auch Politikern, unter denen bekanntlich eine Menge Kanonen sind, wegen ihrer Wirkung Ehrennamen geben. 
„Weltenretter Joschka“ - so jedenfalls schaut der grüne Einstein immer aus der Wäsche. Es ist ein Weltenwunder ohnegleichen zu erleben, wenn Joschka mit der rechten  Hand Afghanistan befriedet und mit der linken den Nahostkonflikt entschärft.
Wowereit in Berlin: „Lache Bajazzo“. Er ist ja wirklich einer und lacht immer. Auch wenn kaum Grund dafür besteht.
Beliebig fortzusetzen diese Namensgebungen. 
Brandenburgs Stolpe  „Manfred, das Wirtschaftswunder“, „Der Doktor und das liebe Vieh“  für Böhmer in Magdeburg, für Koch in Hessen:  „Roland der Aufklärer“ und für Friedrich Mertz, „Der Pinocchio aus dem Sauerland“. 
Nur für Frau Merkel fällt mir absolut nichts ein. Wie nennt man eine Frau, die mit solcher Leichtigkeit alle Unbequemen abserviert? „Angela the Hitman”? Das geht nicht. Sie ist kein Mann. Und ihre Feinde dürfen ja auch weiterleben. „Angela das Nordlicht?“ Geht ebenfalls nicht. Es wird nicht licht, sondern sehr schnell dunkel, für alle, die ihr im Wege stehen. Dabei hat der tapfere und gescheite Schäuble gar nicht gestanden. Er saß, war völlig loyal und musste dennoch daran glauben. Es war ein Feuerwerk an Strippenzieherei und Bosheit, was da zur Bundespräsidentenwahl von Angela geleistet wurde. Auch „der Pinocio aus dem Sauerland“, Friedrich Merz, selbst ein großer Meister im Taktieren, wurde mir nichts, dir nichts abgeräumt. Als vorläufig letzter war der große Seehofer dran. Er ist unbestritten ein Fels an Sachverstand und Moral. Und er blieb bei seiner Meinung, sogar auf Kosten der eigenen Karriere. Denn die ist futsch. Edmund Stoiber wird er jetzt auf keinen Fall mehr beerben. In Frau Angelas Kabinett, wenn es denn zum Showdown kommt, wird erst recht kein Platz mehr für ihn sein. Wer braucht schon eine Flunder? So platt hat sie den armen Mann gemacht. Und warum? Er hatte Recht. Doch nun die bange Frage: Wer wandert denn als Nächster in den Orkus? Roland Koch?  Das wird nicht klappen. Der ist aus gleichem Holz und hat schon Schlimmeres überstanden. Peter Müller? ... ist kein Konkurrent für Angela. Volker Rühe? Zu alt und auch zu müde. Es bleibt im Augenblick nur einer. Edmund Stoiber. Auch ihn wird Angela zur Strecke bringen. Und wie? Durch Aussitzen natürlich.  Auf diese Weise hat auch Helmuth Kohl fast alle Konkurrenten abgewickelt. Als ersten Heiner Geißler. Dieser Kopf fehlt der CDU noch immer. Rita Süßmuth. Lothar Späth, und der andere bedeutende Denker der CDU, Kurt Biedenkopf. Alle abserviert, weil sie was Besseres wollten für Partei und Land. Nun ist kaum noch einer zu sehen in der CDU, der Angela noch verhindern könnte. Nennen wir sie doch „Angela, die Kanzlerin“. Auch wenn sie’s noch gar nicht ist. Aber vielleicht kann der so heißersehnte Ehrentitel ihrem Wüten Einhalt gebieten und sie verschont den Rest der CDU. Ihrer Partei steht sie ohnehin schon jetzt vor wie weiland Bismarck der eiserne Kanzler. Nur der hatte bekanntlich sehr viel Sinn für das Soziale, und was hat Angela?
Mut hat sie, felsenfestes Gottvertrauen und das Sitzfleisch ihres Übervaters Helmuth Kohl. Das müsste eigentlich für Frau Angela reichen. Ob es aber für uns reicht, für dieses gute Land und all seine Probleme? Das wird abzuwarten sein.
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